Barrett Schleimhaut

Frage von Robert Sch.: Bei mir wurde eine Barrett-Schleimhaut in der Speiseröhre diagnostiziert. Wird das dadurch gegebene Krebsrisiko durch intensiven Ausdauersport (Marathon) noch erhöht („freie Radikale“)? Einer Antirefluxoperation habe ich mich bereits im Vorjahr unterzogen.

ANTWORT: Definitionsgemäß handelt es sich beim Barrett-Ösophagus um eine Schleimhautveränderung der Speiseröhre, welche sich durch chronischen Rückfluß (= Reflux ) des sauren Mageninhaltes im magennahen Teil der Speiseröhre entwickelt. Auf dem Boden dieser Schleimhautveränderungen kann sich in seltenen Fällen ( in ca. 0,4 % aller Refluxkranken pro Jahr) eine bösartige Krebserkrankung der Speiseröhre entwickeln, welche es durch entsprechende Vorsorgemaßnahmen und Therapien zu verhindern gilt. Eine Antirefluxoperation – wie bei Ihnen bereits durchgeführt – sowie eine medikamentöse Blockierung der Magensäuresekretion stellen die effektivsten Therapieformen dar und sollten der Entstehung einer bösartigen Krebserkrankung wirkungsvoll vorbeugen. Trotzdem sind Präventivmaßnahmen wie regelmäßige Gastroskopiekontrollen (Magenspiegelungen) notwendig, um bei entsprechenden Gewebsveränderungen rechtzeitig weitere therapeutische Schritte einleiten zu können.

Intensiver Ausdauersport kann nun im menschlichen Körper freie Radikale freisetzen und somit „oxidativen Streß“ auslösen, welcher als potentieller Krebsauslöser angesehen werden muss. Ein gesunder Organismus besitzt jedoch genügend antioxidative Potenz, um dieser Gefahr wirkungsvoll zu begegnen; vielmehr führt regelmäßig und vernünftig betriebener Ausdauersport sogar zu einer Stärkung und Verbesserung dieser antioxidativen Eigenschaften, wodurch in der Summe es sogar zu einer Verringerung der Gefahr des Auftretens bösartiger Erkrankungen kommt, was mittlerweile durch viele Untersuchungen auch bewiesen wurde. Unter der Vorraussetzung, dass Sie bei Ihren sportlichen Aktivitäten der notwendigen Regeneration und einer gesunden, vitalstoffreichen und vitaminreichen ( = antioxidantienreichen ) Ernährung genügend Bedeutung beimessen, werden sich Ihre sportlichen Ambitionen sicher positiv auf Ihren Krankheitsverlauf auswirken. Viel gefährlicher und das antioxidative Potential unseres Körpers in vielen Fällen überfordernd ist jener oxidative Streß, welcher durch Belastungen wie Nikotin, Alkohol, Ozon, UV-Strahlung und verschiedene Umweltgifte ausgelöst wird. Diese zu vermeiden bzw.die Belastung durch diese auf ein Minimum zu reduzieren ist eine wichtige eigenverantworliche Maßnahme, um das Entstehen verschiedenster Erkrankungen zu verhindern.

Dr.Andreas Dallamassl