Blasenentleerung während eines Laufes

Frage von Markus P.: Während einem Lauf z. B. Halbmarathon muss ich mindestens einmal austreten um die Blase zu entleeren. Wie kann man das steuern?

Antwort: Ein Harndrang während des Laufens ist recht häufig und vor allem durch mechanische Einwirkungen auf eine zumindest schon teilweise gefüllte Harnblase erklärbar. Es ist zweifelsohne wichtig, gut hydriert, also gut mit Flüssigkeit versorgt an den Start eines Langstreckenlaufes zu gehen. Nur sollte man dies eben so steuern, daß man die Harnblase kurz vor dem Start noch möglichst vollständig entleeren kann. Dies gelingt am besten dadurch, daß man bis spätestens 50 Minuten vor dem Start Flüssigkeit zuführt, wobei die Flüssigkeitsmenge am Wettkampftag abhängig vom Körpergewicht höchstens bis zu 1000 ml betragen sollte, wenn der Wettkampfstart am Morgen stattfindet. Viel wichtiger ist es, in den vorhergehenden Tagen  für ausreichende Hydrierung des Körpers zu sorgen. Danach sollte man bis knapp vor dem Start ohne Flüssigkeitszufuhr zuwarten, bis der in den Nieren gebildete Harn sich in der Harnblase angesammelt hat. Nach einer möglichst vollständigen Entleerung kann knapp vor dem Start noch einmal ein wenig getrunken werden ( bis zu 200 ml ), zumal während des Laufes aus hormonellen und durchblutungsbedingten Gründen relativ wenig Harn in den Nieren gebildet wird. Je höher die Laufintensität ist, desto weniger Harn wird dann auch produziert und entsprechend geringer ist auch die Gefahr eines erzwungenen Laufstopps. Bei eher langsamen Lauftempo und zu reichlicher Zufuhr von Flüssigkeit  kann es aber auch während des Laufes zu einer störenden Füllung der Harnblase kommen, was nur durch eine sinnvolle Reduktion der Flüssigkeitszufuhr während des Laufs verhindert werden kann. Um den Harndrang beim Laufen etwas besser unterdrücken zu lernen,  empfiehlt es sich auch im Training nicht bei jedem kleinsten Harndrang sofort diesem nachzugeben, sondern wenn möglich bis zur Beendigung der Trainingseinheit mit der Blasenentleerung zu warten. Damit werden über einen Art Gewöhnungseffekt auch beim Wettkampf größere Harnblasenvolumina besser vertragen.

Dr. Andreas Dallamassl