Brustmuskelzerrung

Frage von Gabi E.: Ich, weiblich 41 habe mir zu Hause durch Arbeit in der Landwirtschaft eine Brustmuskelzerrung zugezogen. Es ist jetzt aber schon fast 3 Wochen her und es wird nicht besser. Über die Weihnachtsfeiertage bin ich nur Berggegangen, da Laufen überhaupt nicht möglich war. Gestern Lief ich wieder zum ersten Mal 30 Minuten, wobei jeder Schritt beim Atmen schmerzte. Meine Frage: Sollte ich gegen die Schmerzen etwas nehmen, was kann man dagegen machen, was würden sie mir empfehlen?
Ich möchte so bald wie möglich wieder schmerzfrei sein.

ANTWORT: Zu aller Anfang setze ich voraus, dass die Beschwerden ärztlich abgeklärt wurden und diese wirklich als eine Brustmuskelzerrung diagnostiziert wurden. Wenn nicht, würde ich dringend dazu raten, um keine möglicherweise ernstere Verletzung oder Erkrankung zu übersehen. Eine schwere Muskelzerrung mit möglicherweise mehr oder weniger kleinen Einrissen kann eine sehr langwierige Verletzung darstellen, deren Dauer durch physikalische Therapie und Massagen innerhalb gewisser Grenzen abgekürzt werden kann. Das wichtigste in solchen Fällen ist jedoch Geduld und dem Körper Zeit zu geben, die Verletzung auszuheilen. In dieser Zeit sollte nur symptomorientierte Belastung stattfinden. Das heißt: Sie sollten nur solche Bewegungen ausführen, welche möglichst schmerzfrei möglich sind. Jede Muskelaktivität, welche Schmerzen erzeugt, bedeutet nämlich eine Störung des Heilungsvorganges in den verletzten Muskelstrukturen und verlängert somit die Heilungsdauer. Medikamentöse Schmerztherapie mit rein schmerzstillenden Medikamenten hat eine rein symptomatische Wirkung und würde ich nur bei sehr starken und unerträglichen Beschwerden empfehlen, da dadurch nur das Warnsignal Schmerz unterdrückt und keinerlei heilende Wirkung erreicht wird. Abschwellende und entzündungshemmende Medikamente wie beispielsweise Diclofenac können bei frühzeitiger Gabe das Ausmaß der Muskelverletzung begrenzen und somit die Verletzungsdauer verkürzen. Vor der Einnahme solcher Medikamente mit dem alleinigen Zweck, nur schmerzfrei trainieren zu können, würde ich wegen der potentiellen Nebenwirkungen besonders im Magen- und Nierenbereich allerdings abraten.

Dr. Andreas Dallamassl